KoR IFRS
Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung
Stand: März 2018

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KOR vom 02.03.2018, Heft 03, Seite 119 - 126, KOR1257989
KoR > Aufsatz

Risikoangaben im Rahmen der nichtfinanziellen Berichterstattung

– Eine kritische Würdigung sowie praktische Implikationen vor dem Hintergrund der gegebenen Zuordnungs- und Gliederungswahlrechte –

Karsten Rauch, M.Sc. / Serafin G. K. Weigt, M.Sc.

Karsten Rauch, M.Sc., und Serafin G. K. Weigt, M.Sc., sind wissenschaftliche Mitarbeiter am Lehrstuhl für Rechnungswesen und Wirtschaftsprüfung der Universität Ulm (Lehrstuhlinhaber: Prof. Dr. Kai-Uwe Marten).

Zum 18.04.2017 hat der deutsche Gesetzgeber mit der Veröffentlichung des CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzes die Inhalte der Richtlinie 2014/95/EU im deutschen Recht verankert. Eine die Literatur wie auch die Praxis beschäftigende wesentliche Neuerung stellt die Angabepflicht für Risiken, die mit nichtfinanziellen Aspekten verknüpft sind, dar. Diese Angaben bilden einen Teilbereich der durch die neuen Vorgaben geforderten nichtfinanziellen Informationen, welche entweder in Form einer nichtfinanziellen Konzernerklärung innerhalb oder in einem gesonderten nichtfinanziellen Konzernbericht außerhalb des Konzernlageberichts gegeben werden können. Neben diesem übergeordneten Zuordnungswahlrecht existieren Gliederungswahlrechte zur integrierten oder separierten Darstellung der nichtfinanziellen Risiken innerhalb des Konzernlageberichts oder des gesonderten nichtfinanziellen Konzernberichts. Dies führt zu einer notwendigen differenzierten Betrachtung zu den bislang und auch weiterhin im Konzernlagebericht zu berichtenden finanziellen Risiken. Zudem hat die Ausgestaltung der Berichterstattung auch einen Einfluss auf die Prüfung dieser Angaben.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Normative Grundlagen
    • 1. Mögliche Zuordnung sowie Gliederungsformen der nichtfinanziellen Informationen
    • 2. Inhaltliche Anforderungen an die Berichterstattung über nichtfinanzielle Risiken
    • 3. Anforderungen an die Prüfung der Berichterstattung über nichtfinanzielle Risiken
  • III. Kritische Würdigung vor dem Hintergrund gegebener Gliederungswahlrechte
    • 1. Übergeordnete Kritikpunkte
    • 2. Vollständige Integration in den Konzernlagebericht
    • 3. Sonstige Gliederungsformen
  • IV. Zusammenfassung

I.Einleitung

Das Interesse der an einem Unternehmen beteiligten Stakeholdergruppen an nichtfinanziellen Informationen hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen und die Bedeutung sog. weicher Faktoren weiter gestärkt. Gestützt wird dieses Interesse insb. durch die Sensibilisierung der interessierten Öffentlichkeit für ein nachhaltiges, ökologisches und sozialverträgliches Geschäftsmodell, welches weltumspannend vom Unternehmen getragen wird. Um dieser Entwicklung und den daraus entspringenden divergierenden Informationsbedürfnissen verschiedener Anspruchsgruppen Rechnung zu tragen, hat die EU-Kommission am 22.10.2014 die Richtlinie 2014/95/EU (CSR-Richtlinie) verabschiedet, die u.a. Vorgaben zur Stärkung der nichtfinanziellen Berichtsinhalte von Konzernen enthält. Ziel der Richtlinie ist es, eine Vergleichbarkeit in der Berichterstattung zu erreichen, ohne die unternehmensindividuell ausgestaltete Vielfältigkeit der Corporate Social Responsibility einzuschränken sowie einen Beitrag zum

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