KoR IFRS
Kapitalmarktorientierte Rechnungslegung
Stand: Juli 2018

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KOR vom 10.07.2018, Heft 07-08, Seite 340 - 346, KOR1257649
KoR > Aufsatz

Key Audit Matters – eine erste Bestandsaufnahme zur pflichtmäßigen Anwendung in Deutschland

Johanna Klüber, M.Sc. / Prof. Dr. Christiane Pott / Lucas Wienke, B.Sc.

Johanna Klüber, M.Sc. ist Doktorandin am Lehrstuhl für Internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung an der Technischen Universität Dortmund;

Prof. Dr. Christiane Pott ist Inhaberin des Lehrstuhls für Internationale Rechnungslegung und Wirtschaftsprüfung an der Technischen Universität Dortmund;

Lucas Wienke, B.Sc. ist Absolvent der Wirtschaftswissenschaft.

Im Zuge der öffentlichen Diskussion über die Aussagefähigkeit des Bestätigungsvermerks hat die EU-Kommission mit einer umfassenden Reform reagiert, die in der Abschlussprüfer-Änderungsrichtlinie (RL 2014/56/EU) sowie der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 über spezifische Anforderungen an die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse mündete. Die mithin bedeutsamste Änderung ist die Erweiterung des Bestätigungsvermerks um die Darstellung von besonders wichtigen Prüfungssachverhalten in der Berichterstattung des Abschlussprüfers, den sog. Key Audit Matters. In Deutschland sind die neuen Vorschriften für Jahres- und Konzernabschlussprüfungen bei Public Interest Entities (PIE), deren Geschäftsjahre nach dem 17.06.2016 beginnen, erstmals verpflichtend anzuwenden. Dementsprechend sind die ersten erweiterten Bestätigungsvermerke bei PIEs mit einem vom Kalender abweichendem Geschäftsjahr (ab dem 30.06.2017) bereits verfügbar. Um einen ersten Einblick in die pflichtmäßige KAM-Berichterstattung in Deutschland zu erlangen, werden in dem vorliegenden Beitrag die Bestätigungsvermerke zu Jahres- und Konzernabschlüssen von CDAX-Unternehmen hinsichtlich der Angaben in den Key Audit Matters untersucht.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung
  • II. Berichterstattung zu Key Audit Matters in Deutschland
  • III. Deskriptive Analyse
    • 1. Datengrundlage
    • 2. Umfang der Key Audit Matters im Bestätigungsvermerk
    • 3. KAM-Berichterstattung in Bestätigungsvermerken zu Konzernabschlussprüfungen
    • 4. KAM-Berichterstattung in Bestätigungsvermerken zu Jahresabschlussprüfungen
  • IV. Zusammenfassung

I.Einleitung

Als Reaktion auf die globale Wirtschafts- und Finanzmarktkrise wurden in jüngster Zeit die Regelungen der EU sowie der internationalen Prüfungsstandards zur gesetzlichen Abschlussprüfung tiefgreifend überarbeitet und ergänzt. So reagierte die EU-Kommission auf die öffentliche Diskussion zum Wert der Abschlussprüfung mit einer weitreichenden Reform, der Abschlussprüfer-Änderungsrichtlinie (RL 2014/56/EU) sowie der Verordnung (EU) Nr. 537/2014 über spezifische Anforderungen an die Abschlussprüfung bei Unternehmen von öffentlichem Interesse. Die wohl bedeutsamste Änderung ist eine Erweiterung des Bestätigungsvermerks um die Darstellung von besonders wichtigen Prüfungssachverhalten in der Berichterstattung des Abschlussprüfers, den sog. Key Audit Matters (KAM). Diese sollen künftig eine in weiten Teilen individuell formulierte Kompromisslösung zwischen dem bisherigen Formeltestat sowie dem nicht veröffentlichten Prüfungsbericht darstellen. Ziel der neuen Anforderungen ist es, u.a.

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