DER BETRIEB
Betriebswirtschaft, Steuerrecht, Wirtschaftsrecht, Arbeitsrecht
Stand: Dezember 2016

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DB vom 09.12.2016, Heft 49, Seite 2887 - 2892, DB1224096
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Strategien im Umgang mit aktivistischen Aktionären und Investoren in Deutschland

RA Dr. Dirk Kocher, LL.M.

RA Dr. Dirk Kocher, LL.M. ist Partner im Corporate Department der Latham & Watkins LLP.

Egal ob Stada, ThyssenKrupp oder Bilfinger – kaum ein kapitalmarktorientiertes Unternehmen ist davor gefeit, in den Fokus aktivistischer Aktionäre zu geraten. Die Zielsetzungen solcher Investoren variieren stark: einige wollen von Aktienkurssteigerungen im Rahmen von Abspaltungs- oder Übernahmeszenarien profitieren oder spekulieren auf eine Bewertungserhöhung bei Strukturmaßnahmen; andere wollen durch eine neue strategische Ausrichtung, einen Wechsel in der Geschäftsführung oder den Aufsichtsgremien die mittelfristigen Ertragsperspektiven eines Unternehmens steigern oder von Kursverlusten durch angebliche Mängel profitieren. Im Folgenden wird ein Überblick über die unterschiedlichen Ausprägungen des Shareholder Activism gegeben und aufgezeigt, wie die betroffenen Unternehmen darauf reagieren können.

Artikel-Inhalt

  • I. Einleitung und Überblick
  • II. Übernahme-Arbitrage
    • 1. Ziele und Methoden
    • 2. Rechtsrahmen
    • 3. Bieterstrategien
    • 4. Perspektive der Zielgesellschaft
  • III. Strategischer und Corporate Governance-Aktivismus
    • 1. Ziele und Methoden
    • 2. Reaktionsmöglichkeiten der Verwaltung
    • 3. Aktienrechtlicher Rahmen
    • 4. Kapitalmarktrechtlicher Rahmen
  • IV. Leerverkaufsaktivismus
    • 1. Ziele und Methoden
    • 2. Regulatorischer Rahmen
    • 3. Weitere kapitalmarktrechtliche Aspekte
    • 4. Perspektive der Verwaltung
  • V. Zusammenfassung

I.Einleitung und Überblick

Seit einigen Jahren spielen aktivistische Aktionäre eine zunehmende Rolle in Deutschland. Insb. große Fonds haben reichlich Mittel für aktivistische Investitionsstrategien eingeworben. Zugleich sind klassische Hedgefonds unter Erfolgsdruck und setzen daher auf aktivistische Investitionen. Viele US-Fonds mit reichlich Erfahrung in aktivistischen Investments drängen vermehrt in den europäischen Markt.

Das führt zu Herausforderungen für Vorstände und Aufsichtsräte börsennotierter Gesellschaften, aber auch für Übernahmeinteressenten. In der allgemeinen Diskussion wird dabei oft nicht hinreichend zwischen den verschiedenen Formen des Aktivismus unterschieden, die ganz unterschiedliche Herausforderungen mit sich bringen und auch einem anderen Rechtsrahmen unterliegen. Hier wird daher nachfolgend unterschieden zwischen Übernahme-Arbitrage (II.), strategischem und Corporate Governance-Aktivismus (III.) und Leerverkaufsaktivismus (IV.).

II.Übernahme-Arbitrage

1. Ziele und

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