Der Aufsichtsrat
Stand: März 2019

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AR vom 15.03.2019, Heft 03, Seite 46, AR1297493
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Künstliche Intelligenz in Unternehmen

Den Ergebnissen der Studie „Künstliche Intelligenz in Unternehmen“ zufolge, welche die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC in Kooperation mit Kantar EMNID durchgeführt hat, setzen erst 4% der Unternehmen in Deutschland Künstliche Intelligenz (KI) ein, 2% implementieren KI-Systeme derzeit, 17% planen KI-Einsätze oder testen sie. 28% hielten KI für relevant, planten jedoch keinen Einsatz – und 48% hielten KI nicht für relevant für das eigene Unternehmen. Weniger als ein Drittel der Befragten schätze die Gefahr, Marktanteile an Wettbewerber mit (effektiverem) KI-Einsatz zu verlieren, als „sehr groß“ oder „groß“ ein. Auffällig sei auch, dass vor allem jene Unternehmen KI-affin seien, die mehr als 500 Mitarbeiter beschäftigten (83%). Unternehmen mit weniger als 500 Mitarbeitern seien nur zu 17% KI-affin. Als wichtigste Anwendungen betrachteten die Befragten aktuell Datenanalysen für Entscheidungsprozesse (70%) und Prozessautomatisierungen (63%).

Nach den Voraussetzungen für erfolgreiche KI-Anwendungen befragt, hätten die Unternehmensentscheider die zugrunde liegenden Daten als wichtigsten Aspekt genannt. Deren Bedeutung schätzten insgesamt 69% als groß oder sehr groß ein. Die Bedeutung von Compliance-Anforderungen und regulatorischen Maßnahmen sei für 59% groß oder sehr groß; ebenfalls 59% priorisierten den Aufbau von KI-Kompetenzen bei Mitarbeitern stark. Dagegen werde der Einfluss des KI-Einsatzes auf die Unternehmensreputation als weniger wichtig erachtet (35%). KI-Lösungen weisen der Studie zufolge unterschiedliche Autonomiegrade auf: Einige agierten weitgehend selbstständig, andere entlasteten die Menschen nur teilweise. Nach dem angestrebten Autonomiegrad befragt, hätten 71% der KI-affinen Unternehmen angegeben, dass KI die Beschäftigten bei ihrer Arbeit unterstützen solle. Dabei gehe es etwa darum, sie von Routinearbeiten und zeitintensiven Analyseprozessen zu entlasten und zugleich die Fehlerquote zu minimieren.

Bei der Frage, wer die Treiber von KI-Anwendungen im eigenen Unternehmen seien, habe sich ein differenziertes Meinungsbild ergeben: 70% der Entscheider sähen vor allem die IT-Fachverantwortlichen in der Pflicht, 57% die Unternehmensleitung – und viel weniger Befragte die externen Softwarezulieferer (22%), internen Datenanalysten (20%) und internen KI-Nutzer (16%).

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