Der Aufsichtsrat
Stand: März 2019

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AR vom 15.03.2019, Heft 03, Seite 46, AR1297492
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Schwierige Balance zwischen Unternehmens- und Familieninteressen

Wie gestalten deutsche Familienunternehmen die Beziehung zwischen ihrer Unternehmerfamilie und dem zugehörigen Unternehmen? Welche Strategien nutzen sie, um ihr gemeinsames Zukunftsbild weiterzuentwickeln und entsprechende Verhaltensweisen für Familienmitglieder zu definieren? Diesen und weiteren Fragen geht die aktuelle Studie „Die Unternehmerfamilie und ihre Familienstrategie – Einblick in die gelebte Praxis von Family Governance“ des Wittener Instituts für Familienunternehmen (WIFU) auf den Grund. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass sich Familienunternehmen durchaus dessen bewusst sind, dass die Beziehung zwischen Unternehmen und Familie zielgerichtet gestaltet werden muss. Mehr als die Hälfte der Befragten (57%) verfügen nach Angaben des WIFU über einen Gesellschaftsvertrag, der bestimmte erwünschte Verhaltensweisen der Familie definiert. Familientagen werde in 59% der Fälle eine große Bedeutung als Weg beigemessen, den Zusammenhalt der Familie des Familienunternehmens zu stärken. Eine explizite Familienstrategie hätten bereits 45% der befragten Mitglieder aus Unternehmerfamilien ausformuliert.

Ein weiteres Ziel der Studie sei es gewesen herauszufinden, welche Beweggründe Unternehmerfamilien für die Entwicklung einer expliziten Familienstrategie hätten. Die Ergebnisse zeigten, dass Familienstrategien erstellt würden, um die Zukunftssicherung des Unternehmens zu gewährleisten (93%), um die zunehmende Komplexität der Unternehmerfamilie zu regulieren (82%) sowie aus Sorge um den Zusammenhalt der Unternehmerfamilie (81%). Die größte Herausforderung bei der Umsetzung einer Familienstrategie liege in der Integration der Rechte und Pflichten aller Mitglieder der Unternehmerfamilie in deren Lebensalltag (50%). Auch würden die Kommunikation innerhalb der Unternehmerfamilie (45%) sowie die Anerkennung der Familienstrategie als bindendes Regelwerk, an dem sich das Handeln jedes Gesellschafters orientieren müsse (42%), oftmals als problematisch beschrieben.

»www.wifu.de

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