Der Aufsichtsrat
Stand: März 2019

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AR vom 15.03.2019, Heft 03, Seite 47, AR1296929
Der Aufsichtsrat > Buchbesprechung > Rezension

AktG I

Spindler/Stilz (Hrsg.), Kommentar zum Aktiengesetz, 4. Aufl., Bd. 1: §§ 1-149, Beck: München 2019, 2.916 S., 289,50 €.

Der „Kommentar-Frühling“ kann als eingeläutet bezeichnet werden. Anders aber als die durch den Winterschlaf meist abgemagerte Natur und Tierwelt präsentieren die Verlage einmal mehr gewichtigere und in der Regel auch „wertvollere“ Neuauflagen. Die solchermaßen vorgelegte vierte Auflage des Band I des „Spindler/Stilz“ (zur Vorauflage „Der Aufsichtsrat“ 2016, S. 47) generiert mit nur drei Jahren Distanz zur dritten Auflage noch einen weiteren (Geschwindigkeits-)Rekord. Warum in dieser aktienrechtsreformarmen Zeit – selten genug sind solche – bereits eine Neuauflage „dringend geboten erscheint“, wie die Herausgeber und wohl insbesondere der Verlag verkaufsfördernd im Vorwort formulieren, kann nicht nachvollzogen werden.

Umfassende und fundierte AktG-Kommentare können gerade die aktuelle Rechtsprechung immer nur mit Verzögerung verarbeiten, wobei als Minimum wohl ein Jahr gelten muss. So konnte naturgemäß die wesentliche BGH-Entscheidung vom 20.03.2018 zur Vertretung des Aufsichtsrats in eigener Sache nicht berücksichtigt werden. Dass aber diesbezüglich (neu) vorgetragen wird, dass ein Aufsichtsratsbudget nicht vorgesehen werden könne, weil „doch kein Weg daran vorbei[führe], dass der Gesetzgeber dies gerade nicht vorgesehen hat“ (§ 111 Anm. 9), schmerzt dann doch, wenn topaktuelle Information versprochen wird. Mehr Gelassenheit wünscht man Herausgebern wie Verlag. mrt

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