Der Aufsichtsrat
Stand: Februar 2019

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AR vom 15.02.2019, Heft 02, Seite 30, AR1295040
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Topmanager-Vergütung in kommunalen Unternehmen

Der Studie „Vergütung in kommunalen Unternehmen 2018“ der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC zufolge differiert die Vergütung für Geschäftsführungs- und Vorstandsmitglieder kommunaler Unternehmen in Deutschland deutlich. Besonders stark unterschieden sie sich nach Firmierung (AG/GmbH) und Jahresumsatz. An der Studie teilgenommen haben nach PwC-Angaben über 270 Geschäftsführungs- und Vorstandsmitglieder kommunaler Unternehmen. Die am stärksten repräsentierten Unternehmensgruppen seien Versorgungsunternehmen (49%), Wohnungsunternehmen (24%) und Verkehrsunternehmen (14%). 88% der Umfrageteilnehmer repräsentierten GmbH, die übrigen Aktiengesellschaften.

Die Quartile der Direktvergütung (Jahresgrundvergütung sowie kurz- und langfristige variable Vergütung) lägen für kleine kommunale Unternehmen (bis 20 Mio. € Jahresumsatz) zwischen rund 50.000 und 130.000 €, bei mittleren Unternehmen (ab 20 bis 100 Mio. € Jahresumsatz) zwischen rund 130.000 und 170.000 € und bei großen kommunalen Unternehmen (mehr als 100 Mio. € Jahresumsatz) zwischen 170.000 und 280.000 €. Ein weiteres auffälliges Studienergebnis seien Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen: Männer bekämen auf den ersten Blick eine im Median rund 30% höhere Direktvergütung als Frauen. Unter Berücksichtigung der Unternehmensgröße reduziere sich der Vergütungsunterschied der Geschlechter allerdings deutlich. Frauen seien in den untersuchten Unternehmen stark unterrepräsentiert. Lediglich 10% der Studienteilnehmer seien Frauen. Sie seien fast ausschließlich in den Führungsorganen kleiner und mittlerer Unternehmen tätig. In den Führungsetagen großer kommunaler Unternehmen seien sie noch kaum präsent.

Die Analyse der Vergütungsbestandteile habe ergeben, dass inzwischen mehr als 30% der Befragten eine variable Vergütung mit einer mehrjährigen Bemessungsgrundlage erhielten. Bei AG seien variable Vergütungsbestandteile generell noch deutlich weiter verbreitet als bei GmbH. Auch Nebenleistungselemente wurden im Rahmen der Studie näher untersucht. Ein schon lange bewährtes – und weiterhin beliebtes – Nebenleistungselement sei der Firmenwagen. Ein solcher gehöre für mehr als 85% der Studienteilnehmer zu deren Vergütungspaket.

Ein weiteres wichtiges Nebenleistungselement sei die betriebliche Altersversorgung (bAV). Hier falle auf, dass sich der allgemeine Trend zur beitragsorientierten bAV auch in kommunalen Unternehmen durchgesetzt habe. Je jünger die Befragten seien, desto höher sei der Anteil jener, die eine beitragsorientierte bAV bezögen – insgesamt mehr als 70% der Studienteilnehmer. Lediglich 23%– vorwiegend ältere Geschäftsführungs- oder Vorstandsmitglieder – erhielten noch eine leistungsorientierte bAV.

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