Der Aufsichtsrat
Stand: Februar 2019

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AR vom 15.02.2019, Heft 02, Seite 25, AR1292716
Der Aufsichtsrat > Interview

Aufsichtsrat im Zielkonflikt

Dr. Joachim Lohse

Dr. Joachim Lohse ist seit Juni 2011 Senator für Umwelt, Bauen und Verkehr der Freien Hansestadt Bremen. Zuvor war er u.a. Leiter der Geschäftsführung des Öko-Instituts in Freiburg. Derzeit ist er Vorsitzender in den Aufsichtsräten der GEWOBA und BSAG sowie Aufsichtsratsmitglied bei Bremenports.

Aus Sicht des Bremer Senators Dr. Joachim Lohse haben kommunale bzw. landeseigene Betriebe eine andere Zielsetzung als privatwirtschaftliche. Im Gespräch mit Prof. Dr. Roderich C. Thümmel erläutert er, welche Folgen das für die Aufsichtsratsarbeit hat.

Dr. Joachim Lohse

Worin bestehen aus Ihrer Sicht die besonderen Herausforderungen für Aufsichtsräte kommunaler Unternehmen im Vergleich zu privatwirtschaftlichen Gesellschaften?

Die Herausforderung besteht vor allem darin, das Spannungsfeld zwischen den politischen Anforderungen, die man aufgrund seines Wahlamtes zu vertreten hat, und dem Unternehmensinteresse, dem man in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsmitglied verpflichtet ist, sorgfältig auszubalancieren.

Gibt es besondere fachliche Qualifikationen, die ein Kandidat für einen kommunalen Aufsichtsrat mitbringen muss und wenn ja, welche sind das?

Wir haben in den letzten Jahren auch als Folge der Finanzkrise eine zunehmende Professionalisierung der Aufsichtsratsarbeit erlebt. Das betrifft insbesondere auch die kommunalen Unternehmen. Es beginnt damit, dass geeignete Personen in die Aufsichtsgremien entsendet werden. Eine Kandidatin oder ein Kandidat sollte aus meiner Sicht schon ein gewisses Maß an Branchenkenntnis und

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