Der Aufsichtsrat
Stand: Januar 2019

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AR vom 15.01.2019, Heft 01, Seite 5 - 7, AR1290043
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Neue Aktionärsrechterichtlinie: Anpassungsbedarf bei der Vorstandsvergütung

Künftig stärkerer Einfluss von Aktionären und Stimmrechtsberatern

Ralph R. Lange

Ralph R. Lange, Director Executive Compensation, Willis Towers Watson, berät Unternehmen bei der Entwicklung und Implementierung von Vergütungssystemen für Aufsichtsräte und Vorstände.

Die EU-Aktionärsrechterichtlinie sieht künftig detailliertere Offenlegungspflichten und ausgeweitete Abstimmungsrechte der Hauptversammlung hinsichtlich der Vorstandsvergütung vor. Für Unternehmen besteht jetzt dringender Handlungsbedarf, wenn sie ihre Vergütungssystematik rechtzeitig an die neuen Vorgaben anpassen wollen.

Artikel-Inhalt

  • I. Das Wichtigste im Überblick
  • II. Die Entwicklung der neuen Vorgaben
    • 1. In Deutschland: DCGK, VorstOG und VorstAG
    • 2. In der EU: Überarbeitung der Aktionärsrechterichtlinie
    • 3. Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches Recht
  • III. Inhalt der Neuregelung: Präzisere Informationen, umfassendere Abstimmungen
    • 1. Hoch detailliert: Vergütungspolitik und Vergütungsbericht
    • 2. Abstimmung für alle Unternehmen Pflicht
    • 3. Keine Vergütung ohne Votum
    • 4. Gegenüberstellung von variabler Vergütung und Unternehmensperformance
    • 5. Vergleich mit der durchschnittlichen Mitarbeitervergütung
    • 6. Kein Verzicht auf individuelle Offenlegung
  • IV. Was sollten Aufsichtsräte jetzt tun?
  • V. Auswirkungen auf die Aufsichtsratsvergütung

I.Das Wichtigste im Überblick

Die Vergütung von Vorständen börsennotierter Unternehmen wird seit vielen Jahren kontrovers diskutiert. Durch die anstehende Umsetzung der EU-Aktionärsrechterichtlinie in deutsches Recht werden Investoren und Stimmrechtsberater diesbezüglich künftig über noch weiter reichende Informations-, Mitsprache- und Abstimmungsrechte verfügen.

II.Die Entwicklung der neuen Vorgaben

1. In Deutschland: DCGK, VorstOG und VorstAG

Seit über 15 Jahren werden die Anforderungen an die Offenlegung der Vorstandsvergütung immer weiter ausgebaut. Im Jahr 2000 wurde die Regierungskommission „Corporate Governance – Unternehmensführung – Unternehmenskontrolle – Modernisierung des Aktienrechts“ eingesetzt. Ergebnis war der Deutsche Corporate Governance Kodex, der u.a. eine Erhöhung der Transparenz durch die individualisierte Veröffentlichung der Vorstands- und Aufsichtsratsvergütung empfahl. In der Folge wurde der DCGK mehrfach überarbeitet. Zusätzlich wurden die gesetzlichen Regelungen

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