Der Aufsichtsrat
Stand: Januar 2019

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AR vom 15.01.2019, Heft 01, Seite 15, AR1287092
Der Aufsichtsrat > Buchbesprechung > Rezension

Codes of Best Practice

Döll, Aktienrecht und Codes of Best Practice, Duncker & Humblot: Berlin 2018, 245 S., 79,90 €.

Eine vom „geistigen Vater“ des Deutschen Corporate Governance Kodex, T. Baums, betreute rechtswissenschaftliche Dissertation widmet sich akribisch den Ordnungsfunktionen von Aktienrecht einerseits und Codes of Best Practice andererseits. Weitgehend gut nachvollziehbar zeigt Döll die Überlegungen und Grundsätze auf, die in Großbritannien und (später) auch in Deutschland dazu geführt haben, neben einem (unterschiedlich komplexen) Aktienrecht Kodexempfehlungen und -anregungen zu entwickeln.

Die Ausführungen lesen sich über weite Strecken wie eine historische Dokumentation und Argumentationshilfe, warum – zunächst wohl von der Praxis, weitaus zögerlicher dann auch von der Wissenschaft – dieser „duale Weg“ beschritten wurde. Allein, die seinerzeit durchaus guten Gedanken und hoffnungsvollen Ideen, sind sie nicht durch die Realität sehr deutlich auf den Boden des Machbaren (oder sollte man besser sagen: von der Praxis nachhaltig Akzeptierten) zurückgeführt worden? Beispielhaft führt Döll die Qualifikationsthematik im Zusammenhang mit der Auswahl von Aufsichtsratsmitgliedern an. In der Tat war man schon immer der Meinung, dieses (wichtige) Thema eigne sich nicht für den gesetzgeberischen „One-size-fits-all“-Ansatz. Aber was wurde durch den DCGK diesbezüglich erreicht? Kaum mehr als starre Quoten und Allgemeinverbindliches. Eine überzeugende Ordnungsfunktion sieht anders aus. mrt

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