Der Aufsichtsrat
Stand: Januar 2019

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AR vom 15.01.2019, Heft 01, Seite 15, AR1287091
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Engagierte Aktionäre

Inci, Shareholder Engagement – Chancen, Risiken und Kompatibilität mit der deutschen Corporate Governance, Nomos: Baden-Baden 2018, 466 S., 122,00 €.

Die rechtswissenschaftliche Dissertation von Inci kommt keinen Monat zu früh, nämlich während sich einerseits die Aktionärsrechterichtlinie in der Umsetzung in das deutsche Recht befindet und andererseits die Diskussion um das Wirken aktivistischer Aktionäre im Fall ThyssenKrupp AG läuft.

Die Analyse ist sehr umfassend und differenzierend. Der Autor geht gründlich auf die verschiedenen Stränge in der einschlägigen Diskussion ein. Hierbei wird zum einen unterschieden zwischen den verschiedenen Corporate-Governance-Systemen, zum anderen flammen auch immer wieder die Agency-Problematik sowie die Konsequenzen einer Incentivierung auf.

Inci hält eine systembedingt unterschiedliche Argumentation nicht für gerechtfertigt und spricht sich durchaus (de lege ferenda) für eine Mitkontrolle durch engagierte Aktionäre aus. Er berücksichtigt dabei allerdings die unterschiedlichen Fristigkeiten des Engagements sowie die nicht abschließend beantworteten Fragen nach einer effizienten Incentivierung. Im Kern aber bleibt ein sehr grundlegendes Problem weiter zu diskutieren: Aus der Sicht des Unternehmens gibt es meist „gute“ und „schlechte“ Aktionäre. Eine gemeinsame Aktion „aller Guten“ würde wohl eine Effizienzsteigerung im Sinne aller Shareholder bedeuten. Wer aber vermag diese zutreffend zu selektieren und welche Behandlung sollten „die anderen“ erfahren? mrt

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